Kanonen & Spatzen

Illustration zum Thema Was kostet eine Website?

2. Juli 2020 – Neuland

Was kostet eine Website?

Obwohl die Frage „Was kostet eine Website“ vollkommen legitim ist, offenbart sie ein kleines Problem. Denn obwohl es für fast jedes Budget eine passende Website gibt, ist es ein Ding der Unmöglichkeit, diese Frage zu beantworten, wenn du selbst nicht weißt, wie groß dein Budget ist.

Die folgenden Zeilen sollen deshalb den mitunter märchenhaften Vorstellungen entgegen­wirken, dass man für wenige tausend Euro eine individuelle, fertig „suchmaschinen­optimierte“ Website in Auftrag geben könnte, die daraufhin selbstständig das eigene Geschäft vermarktet. So funktioniert das leider nicht. Der springende Punkt ist das Wörtchen „Budget“: Wenn man ungefähr weiß, wie viel (oder wie wenig) die Website zum eigenen Geschäft beiträgt, stellt sich die Frage „Was kostet eine Website?“ in dieser Form gar nicht – weil man bereits eine Vorstellung davon hat, was die eigene Website kosten darf. Eine Website, die nur der Voll­ständig­keit halber existiert, bekommt einfach ein anderes Budget zugesprochen als ein wichtiger Online-Shop.

In vielen Kleinstunternehmen ist diese Vorstellung häufig nicht vorhanden – und um in dieser Situation herauszufinden, was die Kundin oder der Kunde überhaupt braucht, stochert man leider auch als erfahrener Anbieter häufig im Nebel.

Ein Versuch der gegenseitigen Annäherung

Es gibt also einen guten Grund dafür, dass du auf den Websites von Agenturen, Freelancerinnen und Freelancern so selten konkrete Zahlen dazu findest, was eine Website kostet:

Eine Website ist einfach kein Produkt, das man sich in den virtuellen Warenkorb legt, mit Kreditkarte bezahlt und die Lieferung abwartet.

Es gibt zwar durchaus Anbieter, die ihre Leistungen in Pakete gliedern und diese mit einem Preisschild versehen – letztendlich bekommst du jedoch auch auf diese Weise nur die Möglichkeit, irgendwas für unter 1.000 € oder irgendwas für über 10.000 € zu kaufen. Das wirkt zwar vordergründig transparent … hilft bei näherer Betrachtung aber leider auch nicht weiter. Ohne die entsprechende Sachkenntnis kannst du kaum enträtseln, was man dir da anbietet. Lass uns die direkte Frage „Was kostet eine Website?“ stattdessen zur besseren Eingrenzung ein bisschen umformulieren: Was kannst du für welches Budget erwarten?

Illustration eines minimalen Budgets zum Thema Was kostet eine Website?

Das geht mit einem Budget von unter 500 €

Es ist problemlos möglich für wenige Euro eine Website, ja sogar einen Online-Shop, ins Netz zu stellen. Mit wenigen Euro meine ich Beträge zwischen bummelig 9 und 39 € pro Monat, die du in einen sogenannten „Website-Baukasten“ investierst. Das Prinzip ist vereinfacht gesagt, dass du dir anhand einer Gestaltungsvorlage, die du dir aussuchen kannst, und unterstützt durch kleinere Fragebögen selbstständig eine Website zusammenklickst.

Es ist beileibe nicht so, dass die auf diese Weise entstandenen Websites automatisch unprofessionell aussehen oder sonst irgendwie doof sind – die Anbieter geben sich durchaus Mühe bei dem, was sie tun. Mit genug Eigeninitiative bekommst du auf diese Weise eine brauchbare Website, die wenig kostet. Ein solcher Anbieter ist das Unternehmen Jimdo.

Disclaimer: Kanonen & Spatzen hat rein gar nichts davon, wenn du diesen Link klickst.

Das ist der Haken einer Website, die weniger als 500 € kostet

Man kann die vorigen Absätze so zusammenfassen: „Das Prinzip ist, dass du dir selbstständig eine Website zusammenklickst“. Du bist in der Erstellung der Website auf dich alleine gestellt. Der Kunden-Support des jeweiligen Anbieters wird dich zwar bei Fragen wie „Wie bekomme ich drei Bilder nebeneinander?“ unterstützen. Aber du musst dir selbst erarbeiten, wie man eine Website strukturiert, welche Informationen darauf gehören und wie man sie verkaufsfördernd einsetzt.

Das kostet dich zwar kein Geld, dafür kostet es Zeit. Viel Zeit. Steht man mit seiner Selbst­ständigkeit ganz am Anfang, kann dieser Weg durchaus Sinn machen – aber sobald der Laden läuft braucht man seine Zeit für andere Dinge.

Illustration eines kleinen Budgets zum Thema Was kostet eine Website?

Das geht mit einem Budget zwischen 500 € und 4.000 €

In diesem Preisbereich tummeln sich häufig sogenannte „Internet-Agenturen“. Dort bekommt man meist eine Website auf Basis von vorgefertigten Designvorlagen und manchmal gestaltet man dir bei Bedarf auch noch ein einfaches Logo dazu. Abgesehen von der Tatsache, dass diese Websites für gewöhnlich auf dem kundeneigenen Webhosting-Account installiert werden (meistens anhand von WordPress), ist das Prinzip den vorgenannten Website-Baukästen recht ähnlich: Man klickt sich anhand diverser Vorlagen, Schablonen und Plugins ohne Programmierkenntnisse eine Website zusammen. Der wesentliche Unterschied zum Website-Baukasten ist, dass du nicht mehr selber klicken musst, sondern jemanden dafür bezahlst, das für dich zu tun.

Das kann durchaus ein Vorteil sein, da du die gewonnene Zeit für etwas anderes einsetzen kannst und dir ein bisschen externe Erfahrung in der Website-Gestaltung dazukaufst. Programmieren kann dein Gegenüber in der Regel jedoch genau so wenig wie du; erwarte also keine allzu individuellen Lösungen.

Das ist der Haken einer Website, die weniger als 4.000 € kostet

In diesem Preisbereich ist das Risiko, dein Budget völlig in den Sand zu setzen, meiner Erfahrung nach am größten. Der Grund dafür ist, dass es sich zwar anfühlt, als würdest du schon „richtig Geld in die Hand nehmen“ – in Wahrheit ist dein Budget für eine individuelle Gestaltung und Programmierung jedoch deutlich zu klein. Ein Rechenbeispiel:

Laut dieser Studie betrug der Stundensatz von Hamburger Freelancerinnen und Freelancern im Jahr 2019 durchschnittlich 96,70 €. Das klingt luxuriöser als es ist, glaub mir. Es war kein Zufall, dass sich die Politik ziemlich beeilt hat, als Reaktion auf das Coronavirus Zuschüsse für Selbstständige auf den Weg zu bringen.

Teilt man also ein Budget von beispielsweise 2.500 € durch diesen Stundensatz, erhält man knapp 26 Stunden Arbeitszeit – nicht wesentlich mehr als drei 8-Stunden-Tage.

Das ist zwar besser als nichts, aber alles andere als viel Zeit. Mehr als eine mal mehr, mal weniger liebevoll angepasste Standardlösung wirst du mit diesem Budget nicht bekommen – und das bedeutet wiederum: Die Gefahr, dass du für relativ viel Geld am Ende mit einer relativ sinnfreien Website dastehst, ist in diesem Preisbereich leider groß.

Dafür, sich ernsthaft in dein Unternehmen reinzudenken und wie man es nach vorne bringen könnte, hat bei diesem Budget kein Dienstleister Zeit, egal wie effizient er oder sie arbeitet. Die Zeit geht allein dafür drauf, die Website einzurichten, bereits bestehende Inhalte zusammenzukratzen und diese ein bisschen such­maschinen­freundlicher zu strukturieren. Ein individuelles Design (das über einige Farb- und Schriftanpassungen hinausgeht) oder gar ein maßgeschneidertes Konzept sind beim besten Willen nicht drin. Ein weiteres Problem ist, dass sich auf diese Art und Weise erstellte Websites häufig leider nur noch mit unverhältnismäßigem Aufwand nachträglich erweitern oder anpassen lassen.

Illustration eines normalen Budgets zum Thema Was kostet eine Website?

Das geht mit einem Budget von 4.000 € bis 8.000 €

In diesem Preisbereich reden wir das erste Mal von einer wirklich individuellen Lösung. Das Budget lässt nicht nur Raum für eine kurze Konzeptionsphase und eine individuelle Gestaltung, sondern auch für die Programmierung einer auf dich zugeschnittenen Website (ebenfalls häufig mithilfe von WordPress). Der Unterschied zum vorgenannten Ansatz mag wie ein technisches Detail klingen, ist jedoch weit mehr als das: Eine Website, die individuell für dich programmiert ist, macht dir die spätere redaktionelle Pflege deutlich leichter als eine Standardlösung, die jemand für dich zurechtgebogen hat.

Willst du dich zum Beispiel ernsthaft mit Suchmaschinenoptimierung beschäftigen, kann man die Website genau für diesen Zweck aufbauen – was dir später viel Zeit spart. Benötigst du neben aktuellen Beiträgen einen zusätzlichen Bereich für deine Projekte, ist auch das kein Problem. Eventuelle Veranstaltungen wiederum könnten sich in ihrer Darstellungsform automatisch anpassen, je nachdem ob Sie in der Zukunft oder in der Vergangenheit liegen. Auch ein kleiner Online-Shop lässt sich in diesem Preisbereich problemlos realisieren, so lange keine besonderen Anforderungen wie Warenwirtschaftssysteme im Spiel sind.

Gestalterisch kann es ebenfalls einen großen Unterschied machen, ob du deine Website individuell gestalten lässt oder ob sie auf irgendeiner Designvorlage basiert. Letztere arbeiten zu Demonstrationszwecken fast immer mit riesigen, plakativen Fotos. Ist der eigene Geschäftsalltag hingegen gar nicht so fotogen, sieht die resultierende Website schnell nüchtern aus. Eine individuelle Gestaltung kostet zwar mehr, bezieht solche Umstände aber von Anfang an mit ein und hilft, spätere Stolpersteine zu vermeiden.

Das ist der Haken einer Website, die mehr als 4.000 € kostet

Für Unternehmen und Institutionen, die die Preise von Full Service-Agenturen gewohnt sind, ist dieses Budget ein Schnäppchen. Für jemanden, der gerade erst in die Selbstständigkeit startet oder andere Kleinstunternehmen reden wir hingegen von viel Geld. Das ist ein ziemlich eindeutiger Haken, der sich nicht wegdiskutieren lässt. Es kostet nun mal etwas, wenn du einen oder gar mehrere Profis über eine Woche lang beschäftigst.

Dadurch, dass deine Einnahmen noch nicht so sprudeln wie beabsichtigt, wird die Komplexität einer modernen Website leider nicht kleiner.


Fazit: Eine billige Website kostet dich vor allem deine eigene Zeit

Wenn du mit der Frage „Was kostet eine Website?“ hierher gekommen bist, hattest du wahrscheinlich nicht vor, 4.000 bis 8.000 € zu investieren. Das ist völlig in Ordnung. Es ist auch sicher nicht so, dass Kanonen & Spatzen nicht für kleinere Budgets arbeiten würde – aber auch Kanonen & Spatzen kann nicht zaubern. Dieser Beitrag soll der Orientierung dienen, damit du selbst einschätzen kannst, was in deinem Fall geht – und was nicht. Ich habe mich bemüht, ihn so neutral wie möglich zu verfassen – aber der Preisbereich zwischen 500 € und 4.000 € ist meiner Erfahrung nach wirklich schwierig.

Mach’ bitte nicht den Fehler, zu glauben, dass dein Geschäft positiv beeinflusst wird, bloß weil du dir eine Website entwickeln lässt, die wenige tausend Euro kostet.

Dazu, dass dir deine Website irgendwas nützt, gehört leider mehr – entweder deine eigene Zeit, oder eben mehr Budget. Man muss mit einer Website arbeiten, wenn sie online ist. Das kostet zwar Zeit (oder Geld), aber von selbst tut deine neue Website rein gar nichts für dich. Bei den kursierenden Vorstellungen und Werbeversprechen muss man das leider so deutlich sagen, auch wenn es für Kanonen & Spatzen beinahe geschäftsschädigend ist.

Investiere so lange es geht so wenig wie möglich

Ich würde jedem ans Herz legen, so lange wie möglich so wenig wie möglich in die eigene Website zu investieren. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem du merkst, dass dein Angebot online funktioniert. Sei es, weil du testweise eine erfolgreiche Werbekampagne geschaltet hast. Weil deine Follower dir deine Produkte aus der Hand reißen. Oder weil sich herausstellt, dass du ein Händchen für redaktionelle Inhalte hast und Suchmaschinen deine Website weit oben anzeigen.

Ab diesem Moment „darfst“ du richtig investieren, denn wenn dir die Website über die vielleicht drei bis sechs Jahre ihrer Lebensdauer mehr Geld einbringt, als sie kostete, spielt die Höhe der Investition gar keine so große Rolle mehr.


Weitere Erfahrungswerte, z. B. zum Dauer­thema Such­maschinen­optimierung, findest du in diesem Beitrag: Was kostet eigentlich …?