Kanonen & Spatzen

Illustration zum Thema: Vermarkten einer neuen Geschäftsidee

5. November 2020 – Neuland

Nehmen wir an, Sie haben eine Geschäftsidee …

Sie glauben an diese Idee und würden Ihren Vollzeitjob ohnehin nur zu gerne an den Nagel hängen. Deshalb sind Sie (zähneknirschend) bereit, 5.000 Euro zu investieren, um herauszufinden, ob aus Ihrer Geschäftsidee ein tragfähiges Geschäftsmodell werden kann. Dafür müssen Sie Ihr neues Angebot einer passenden Zielgruppe unterbreiten – und herausfinden, ob Ihre Zielgruppe von dem Angebot ebenso überzeugt ist, wie Sie selbst.

Also brauchen Sie eine Website

Nehmen wir außerdem an, dass Sie sich nun durch Ihren Bekanntenkreis bis zu jemandem durchfragen, der Ihnen eine richtig schicke, exklusiv für Sie entwickelte Website für günstige 3.500 Euro anbietet. Prima, dann bleibt sogar Geld für die Gestaltung eines Logos und die Produktion einiger Visitenkarten übrig. Zwei Monate später haben Sie ein Logo, einen Stapel Visitenkarten und eine schicke Website. Sie sind mit den Ergebnissen mehr als zufrieden und auch Ihr Bekanntenkreis klatscht Beifall – endlich kann es losgehen!

Leider bleiben die Anfragen aus.

Sechs Monate später ist niemand auf Ihr Angebot eingegangen. Okay, da Sie unverändert 40 Stunden pro Woche mit etwas anderem beschäftigt sind, haben Sie leider auch noch keine Visitenkarten verteilt. Aber das mit der Website hatten Sie sich echt anders vorgestellt. Ist Ihr Angebot vielleicht gar nicht so gut, wie Sie dachten? Vielleicht hat aber auch einfach noch niemand Ihr Angebot gesehen. Fest steht nur: Das Geld ist weg – und es hat Ihren anfänglichen Enthusiasmus mitgenommen.

Es reicht einfach nicht, dass eine Website existiert – es muss auch jemand dort vorbeikommen.

Kanonen & Spatzen macht jetzt Beratung

Dieser Beitrag ist der dritte Teil einer Serie über die Neupositionierung von Kanonen & Spatzen. Im zweiten Teil bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich den falschen Acker bewirtschafte, wenn Kanonen & Spatzen eine Website-Schmiede bleibt – und das gilt umso mehr, je kleiner das zur Verfügung stehende Budget ist.

Nicht etwa, weil Kanonen & Spatzen dann nichts verdient – sondern weil das Ergebnis so selten jemandem etwas nützt. Während ein Unternehmen mit mehreren Beschäftigten auch mal wegstecken kann, dass ein vierstelliges Marketingbudget wirkungslos verpufft, kann derselbe Umstand für Solo-Selbstständige das Ende bedeuten – bevor es überhaupt richtig losging. Bleiben wir in dem oben geschilderten Szenario: Sie haben 5.000 Euro dafür ausgegeben, dass mehrere Leute für Sie gute Arbeit gemacht haben … man kann also niemandem etwas vorwerfen.

Leider sind Sie genau so schlau wie vorher, was die Marktreife Ihrer Geschäftsidee angeht.

Was wäre, wenn …

Hätte man stattdessen nur bummelig 800 Euro in eine wirklich simple Website, die im Grunde nur aus einer Seite und einem großen, roten Knopf mit der Aufschrift „Jetzt kaufen!“ investiert und diese Website mittels bezahlter Werbung für vielleicht nochmal 1.000 Euro gezielt beworben … wäre der Beifall aus Ihrem Bekanntenkreis wahrscheinlich ausgeblieben. Weder eine Website von der Stange, noch bezahlte Werbung locken irgendwen hinterm Ofen vor. Und nicht mal ein Logo, im Ernst?

Aber raten Sie mal, auf welchem Weg Sie ein besseres Gefühl dafür bekommen, ob aus Ihrer Geschäftsidee auch ein Geschäftmodell werden kann. In einem Bruchteil der Zeit.

Erst beraten, dann machen

Obwohl „Beratung“ irgendwie das Gegenteil von „Machen“ ist (und ich großen Wert auf Letzteres lege) ist eine gute Beratung oft die Voraussetzung dafür, das Richtige zu machen. Oder man findet anhand der Beratung erst einmal raus, was unter den gegebenen Umständen überhaupt machbar ist.

Aber genug der Wortspiele. Fangen wir einfach an: